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Rezyklat

Definition, Anwendungsbereiche, Vorteile: ein Überblick zum Thema Kunststoffrezyklate

Was bedeutet „Rezyklat“ im Zusammenhang mit Kunststoffen?

Nach der allgemeingültigen Definition ist Rezyklat das Produkt eines Recyclingprozesses und steht entsprechend für Stoffe und Gegenstände, die ganz oder teilweise aus recycelten Materialien bestehen. Es werden also Abfälle wiederverwertet. Bei fast allen Stoffen ist Recycling möglich, z.B. bei Kunststoffen, Pappe, Papier, Holz oder Glas. Der Begriff „Rezyklat“ wird jedoch zumeist im Zusammenhang mit Kunststoffen verwendet. 

Welche Arten von Rezyklat gibt es?

Gemäß DIN EN ISO 14021 gibt es zwei Arten von Rezyklat: Post-Industrial Rezyklat (kurz „PIR“) und Post-Consumer Rezyklat (kurz „PCR“).

Bei PIR handelt es sich um Abfälle vor Gebrauch, welche folgendermaßen definiert sind:

Material, das beim Herstellungsverfahren aus dem Abfallstrom abgetrennt wird. Nicht enthalten ist die Wiederverwendung von Materialien aus Nachbearbeitung, Nachschliff oder Schrott, die im Verlauf eines technischen Verfahrens entstehen und im selben Prozess wiederverwendet werden können.“

Bei PCR handelt es sich um Abfälle nach Gebrauch, welche folgendermaßen definiert sind:

„Material aus Haushalten, gewerblichen und industriellen Einrichtungen oder Instituten (die Endverbraucher des Produktes sind), das nicht mehr länger für den vorgesehenen Zweck verwendet werden kann. Darin enthalten ist zurückgeführtes Material aus der Lieferkette.“

Folienprodukte können im Rahmen des Umweltzeichens „Blauer Engel“ ausgezeichnet werden, wenn sie mit einem hohen Anteil (mind. 80 %) an PCR hergestellt werden. Basis für diese Umweltkennzeichnung sind die Vergabekriterien DE-UZ 30a welche vom RAL Institut definiert sind.

Welche Produkte von The Sustainable People werden aus Rezyklat hergestellt und was sind die Vorteile?

Hundekotbeutel:

Wir bieten neben der biologisch abbaubaren Variante auch Hundekotbeutel an, die aus bis zu 97 % recycelten Produktionsabfällen (PE) hergestellt werden. Das bedeutet eine signifikante Einsparung von CO₂ im Vergleich zu frischem PE aus Neugranulat. Zudem ist die Verwendung von Rezyklat im Vergleich zu Neugranulat gleichbedeutend mit einer geringeren Bodennutzung, da die Erdölförderung entfällt.

Solange sichergestellt ist, dass die Hundekotbeutel immer richtig (im Restmüll) entsorgt werden, kann ganz klar gesagt werden, dass recyceltes PE aus ökologischer Sicht ein sinnvolles Material ist – zumindest solange fossile Rohstoffe (bspw. Erdöl) zur Energiegewinnung genutzt werden. Das liegt daran, dass PE in der Müllverbrennung rückstandsfrei zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt und dabei durch den hohen Brennwert von PE viel Energie gewonnen werden kann.

Bei der Herstellung unserer Recycling Hundekotbeutel für Verbraucher wird PE aus recycelten Produktionsabfällen aus anderen Anwendungen eingesetzt wird, beispielsweise aus der Herstellung von Versandtaschen. Auf diese Weise handelt es sich um den kürzesten aller denkbaren Transportwege, somit den minimalsten Prozessaufwand und es wird so wenig Material wie nur möglich verschwendet.

 

Müllbeutel und -säcke:

Unsere mit dem Blauen Engel zertifizierten TSP Recycling Müllbeutel und -säcke werden ressourcenschonend aus bis zu 100 % Recycling Material hergestellt (PE, mind. 90 % Post-Consumer-Abfälle aus der haushaltsnahen Wertstoffsammlung, z.B. Gelber Sack). Der Einsatz derartiger Recyclingmaterialien leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung, indem primäre Kunststoffe substituiert werden und Kunststoffe, die bereits mindestens eine Nutzung durchlaufen haben, erneut in Produkten zum Einsatz kommen. Zudem bedeutet die Verwendung von Rezyklat eine signifikante Einsparung von CO₂ sowie eine geringere Bodennutzung im Vergleich zu frischem PE aus Neugranulat.

Darüber hinaus bestehen unsere Recycling Müllbeutel und -säcke aus einem Monomaterial (PE), wodurch sie sich sehr gut recyceln lassen. Dies bedeutet eine weitere Möglichkeit für die Wertstoffsammlung, z.B. als Alternative zum Gelben Sack. Auch die folienfreie Verpackung aus FSC-zertifiziertem Kraftpapier ist selbstverständlich recycelbar (im Altpapier).

Was ist besser, Post-Industrial Rezyklat (PIR) oder Post-Consumer Rezyklat (PCR)?

In einem Hintergrundbericht vom Umweltbundesamt [1] heißt es wörtlich:

[…] sog. Post-Consumer-Abfälle stellen den weitaus größten Teil des gesamten Kunststoffabfallaufkommens dar. Eine werkstoffliche Verwertung ist aus ökologischer Sicht in der Regel allen anderen Verwertungsvarianten, wie bspw. der thermischen Verwertung, überlegen, dennoch wird derzeit nur ein Teil der Post-Consumer-Kunststoffe werkstofflich verwertet (etwa 17 % bezogen auf das gesamte Kunststoffabfallaufkommen). Einer der Gründe dafür ist, dass es bislang an etablierten Absatzwegen für derartige Recycling-Materialien fehlt. Dies wiederum, kann durch einen zu hohen Marktpreis der Rezyklate im Vergleich zu Neuware begründet sein, befürchteten Nachteilen hinsichtlich der Materialqualität sowie fehlender Möglichkeit zur Sortierung der Materialien. 

Durch eine Umweltkennzeichnung der Fertigerzeugnisse, die mit einem hohen Anteil dieser Recycling-Materialien hergestellt wurden, kann hier ein Beitrag zur Stärkung des Absatzes und damit zur Stärkung des Recyclings von Post-Consumer Kunststoffabfällen erreicht werden.“

Der Wiedereinsatz von PCR in Produkten des alltäglichen Bedarfs ist somit ein zentraler Baustein im Rahmen einer nachhaltigen Wirtschaft und entspricht auch den derzeitigen übergeordneten umweltpolitischen Zielsetzungen auf der EU-Ebene im Rahmen der sogenannten „Circular Economy“ Aktivitäten der EU-Kommission.[2]

Recycling Zugband-Müllbeutel sowie Recycling Müllsäcke von The Sustainable People bestehen zu mind. 90 % aus PCR. Damit leisten wir einen Beitrag zur Stärkung des Absatzes und somit zur Stärkung des Recyclings von Post-Consumer-Kunststoffabfällen. Das Recycling von PCR gibt dem betroffenen Müll zudem einen Wert und verhindert, dass das Material auf Mülldeponien landet.

PIR besteht aus Abfällen bzw. Resten (z.B. Verschnitt oder Ausschuss), welche im Rahmen der industriellen Produktion angefallen sind und somit erstmalig recycelt werden. Aufgrund der im Vergleich zu PCR höheren Qualität von PIR ist die Wahrscheinlichkeit, dass derartiges Material auf Mülldeponien entsorgt wird, vergleichsweise gering. Somit kann der ökologische Mehrwert durch Recycling bei PCR als höher bewertet werden.

Die Qualität vom Ausgangsmaterial bei PCR ist geringer im Vergleich zum Ausgangsmaterial bei PIR, daher ist dieses auch für weniger Anwendungen geeignet bzw. schwieriger zu verarbeiten. Das bedeutet einen höheren Aufwand bei der Wiederaufbereitung (z.B. Waschen, Sortieren) und eine Herausforderung bei der Herstellung guter Produkte. Da Kunststoff einfach zu wertvoll ist, um nicht recycelt zu werden und im Hinblick auf die Steigerung der Recyclingmengen, gilt das Prinzip: je häufiger Kunststoffe recycelt werden können, desto besser.

Das übergeordnete Ziel: aus ausgedienten Kunststoffprodukten werden Rezyklate, die wieder in neuen Kunststoffprodukten zum Einsatz kommen und dadurch Primärkunststoffe ersetzen. Im besten Fall gehen die Rezyklate zurück in den gleichen Anwendungsbereich.

Materialflüsse als Kreislauf und Abfälle als Rohstoff zu verstehen hat zweifellos viele Vorteile für die Umwelt. Der ökologische Nutzen steigt dabei mit jeder weiteren Verwendung und dient letztlich auch dem wichtigen Ziel, dass Kunststoffe nicht in der Umwelt landen.

Gesamtökologisch betrachtet ist PCR häufig, allerdings nicht immer pauschal besser als PIR. Dabei sprechen wir aus eigener Erfahrung, da wir uns selbst bereits intensiv mit den Unterschieden beim Einsatz der beiden Materialarten beschäftigt haben. So haben wir selbst bereits versucht, Hundekotbeutel aus PCR herzustellen. Dabei mussten wir allerdings feststellen, dass die Herstellung derartiger Hundekotbeutel aus produktionstechnischen Gründen erst ab einer Materialstärke von 35 Mikrometern möglich ist. Das ist aber für die Anwendung, also die Entsorgung von Hundekot, völlig überdimensioniert. Zum Vergleich: unsere Recycling Hundekotbeutel mit PE aus recycelten Produktionsabfällen haben eine Materialstärke von 13 – 15 Mikrometern, womit sie bereits besonders reißfest und feuchtigkeitsbeständig sind. Je höher die Materialstärke, desto mehr Material kommt bei der Herstellung zum Einsatz. Dies hat dann entsprechende Auswirkungen zur Folge, da zum Beispiel viel weniger Beutel in eine Box passen im Vergleich zu den dünneren Beuteln. Das bedeutet zudem einen viel höheren, logistischen Aufwand, da viel mehr Material pro hergestellter Einheit transportiert werden muss als beim Einsatz eines dünneren Materials.

Fazit: grundsätzlich präferieren auch wir den Einsatz von PCR – überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist. Daher bieten wir zum Beispiel Müllbeutel und -säcke aus einem solchen Material an, welches auch mit Blauen Engel zertifiziert ist. Führt der Einsatz derartiger Materialien jedoch zu einem vergleichsweise enormen Mehrverbrauch an Material – wie im Fall von Hundekotbeuteln – bevorzugen wir den Einsatz post-industrieller Materialien.

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[1] Umweltzeichen Blauer Engel für Produkte aus Recycling-Kunststoffen, Hintergrundbericht zur Überarbeitung der Vergabekriterien DE-UZ 30a, Ausgabe Januar 2019, https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/2020-07-02_texte_124-2020_vergabekriterien-be-kunststoffrecycling.pdf

[2] COMMUNICATION FROM THE COMMISSION TO THE EUROPEAN PARLIAMENT, THE COUNCIL, THE EUROPEAN ECONOMIC AND SOCIAL COMMITTEE AND THE COMMITTEE OF THE REGIONS, A new Circular Economy Action Plan For a cleaner and more competitive Europe, COM/2020/98 final, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1583933814386&uri=COM:2020:98:FIN

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Rezyklat

Definition, Anwendungsbereiche, Vorteile: ein Überblick zum Thema Kunststoffrezyklate

Was bedeutet „Rezyklat“ im Zusammenhang mit Kunststoffen?

Nach der allgemeingültigen Definition ist Rezyklat das Produkt eines Recyclingprozesses und steht entsprechend für Stoffe und Gegenstände, die ganz oder teilweise aus recycelten Materialien bestehen. Es werden also Abfälle wiederverwertet. Bei fast allen Stoffen ist Recycling möglich, z.B. bei Kunststoffen, Pappe, Papier, Holz oder Glas. Der Begriff „Rezyklat“ wird jedoch zumeist im Zusammenhang mit Kunststoffen verwendet. 

Welche Arten von Rezyklat gibt es?

Gemäß DIN EN ISO 14021 gibt es zwei Arten von Rezyklat: Post-Industrial Rezyklat (kurz „PIR“) und Post-Consumer Rezyklat (kurz „PCR“).

Bei PIR handelt es sich um Abfälle vor Gebrauch, welche folgendermaßen definiert sind:

Material, das beim Herstellungsverfahren aus dem Abfallstrom abgetrennt wird. Nicht enthalten ist die Wiederverwendung von Materialien aus Nachbearbeitung, Nachschliff oder Schrott, die im Verlauf eines technischen Verfahrens entstehen und im selben Prozess wiederverwendet werden können.“

Bei PCR handelt es sich um Abfälle nach Gebrauch, welche folgendermaßen definiert sind:

„Material aus Haushalten, gewerblichen und industriellen Einrichtungen oder Instituten (die Endverbraucher des Produktes sind), das nicht mehr länger für den vorgesehenen Zweck verwendet werden kann. Darin enthalten ist zurückgeführtes Material aus der Lieferkette.“

Folienprodukte können im Rahmen des Umweltzeichens „Blauer Engel“ ausgezeichnet werden, wenn sie mit einem hohen Anteil (mind. 80 %) an PCR hergestellt werden. Basis für diese Umweltkennzeichnung sind die Vergabekriterien DE-UZ 30a welche vom RAL Institut definiert sind.

Welche Produkte von The Sustainable People werden
aus Rezyklat hergestellt und was sind die Vorteile?

Hundekotbeutel:

Wir bieten neben der biologisch abbaubaren Variante auch Hundekotbeutel an, die aus 97 % recycelten Produktionsabfällen (PE) hergestellt werden. Das bedeutet eine signifikante Einsparung von CO₂ im Vergleich zu frischem PE aus Neugranulat. Zudem ist die Verwendung von Rezyklat im Vergleich zu Neugranulat gleichbedeutend mit einer geringeren Bodennutzung, da die Erdölförderung entfällt.

Solange sichergestellt ist, dass die Hundekotbeutel immer richtig (im Restmüll) entsorgt werden, kann ganz klar gesagt werden, dass recyceltes PE aus ökologischer Sicht ein sinnvolles Material ist – zumindest solange fossile Rohstoffe (bspw. Erdöl) zur Energiegewinnung genutzt werden. Das liegt daran, dass PE in der Müllverbrennung rückstandsfrei zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt und dabei durch den hohen Brennwert von PE viel Energie gewonnen werden kann.

Bei der Herstellung unserer Recycling Hundekotbeutel für Verbraucher wird PE aus recycelten Produktionsabfällen aus anderen Anwendungen eingesetzt wird, beispielsweise aus der Herstellung von Versandtaschen. Auf diese Weise handelt es sich um den kürzesten aller denkbaren Transportwege, somit den minimalsten Prozessaufwand und es wird so wenig Material wie nur möglich verschwendet.

 

Müllbeutel und -säcke:

Unsere mit dem Blauen Engel zertifizierten TSP Recycling Müllbeutel und -säcke werden ressourcenschonend aus bis zu 100 % Recycling Material hergestellt (PE, mind. 90 % Post-Consumer-Abfälle aus der haushaltsnahen Wertstoffsammlung, z.B. Gelber Sack). Der Einsatz derartiger Recyclingmaterialien leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung, indem primäre Kunststoffe substituiert werden und Kunststoffe, die bereits mindestens eine Nutzung durchlaufen haben, erneut in Produkten zum Einsatz kommen. Zudem bedeutet die Verwendung von Rezyklat eine signifikante Einsparung von CO₂ sowie eine geringere Bodennutzung im Vergleich zu frischem PE aus Neugranulat.

Darüber hinaus bestehen unsere Recycling Müllbeutel und -säcke aus einem Monomaterial (PE), wodurch sie sich sehr gut recyceln lassen. Dies bedeutet eine weitere Möglichkeit für die Wertstoffsammlung, z.B. als Alternative zum Gelben Sack. Auch die folienfreie Verpackung aus FSC-zertifiziertem Kraftpapier ist selbstverständlich recycelbar (im Altpapier).

Was ist besser, Post-Industrial Rezyklat (PIR)
oder Post-Consumer Rezyklat (PCR)?

 

In einem Hintergrundbericht vom Umweltbundesamt [1] heißt es wörtlich:

[…] sog. Post-Consumer-Abfälle stellen den weitaus größten Teil des gesamten Kunststoffabfallaufkommens dar. Eine werkstoffliche Verwertung ist aus ökologischer Sicht in der Regel allen anderen Verwertungsvarianten, wie bspw. der thermischen Verwertung, überlegen, dennoch wird derzeit nur ein Teil der Post-Consumer-Kunststoffe werkstofflich verwertet (etwa 17 % bezogen auf das gesamte Kunststoffabfallaufkommen). Einer der Gründe dafür ist, dass es bislang an etablierten Absatzwegen für derartige Recycling-Materialien fehlt. Dies wiederum, kann durch einen zu hohen Marktpreis der Rezyklate im Vergleich zu Neuware begründet sein, befürchteten Nachteilen hinsichtlich der Materialqualität sowie fehlender Möglichkeit zur Sortierung der Materialien. 

Durch eine Umweltkennzeichnung der Fertigerzeugnisse, die mit einem hohen Anteil dieser Recycling-Materialien hergestellt wurden, kann hier ein Beitrag zur Stärkung des Absatzes und damit zur Stärkung des Recyclings von Post-Consumer Kunststoffabfällen erreicht werden.“

Der Wiedereinsatz von PCR in Produkten des alltäglichen Bedarfs ist somit ein zentraler Baustein im Rahmen einer nachhaltigen Wirtschaft und entspricht auch den derzeitigen übergeordneten umweltpolitischen Zielsetzungen auf der EU-Ebene im Rahmen der sogenannten „Circular Economy“ Aktivitäten der EU-Kommission.[2]

Recycling Zugband-Müllbeutel sowie Recycling Müllsäcke von The Sustainable People bestehen zu mind. 90 % aus PCR. Damit leisten wir einen Beitrag zur Stärkung des Absatzes und somit zur Stärkung des Recyclings von Post-Consumer-Kunststoffabfällen. Das Recycling von PCR gibt dem betroffenen Müll zudem einen Wert und verhindert, dass das Material auf Mülldeponien landet.

PIR besteht aus Abfällen bzw. Resten (z.B. Verschnitt oder Ausschuss), welche im Rahmen der industriellen Produktion angefallen sind und somit erstmalig recycelt werden. Aufgrund der im Vergleich zu PCR höheren Qualität von PIR ist die Wahrscheinlichkeit, dass derartiges Material auf Mülldeponien entsorgt wird, vergleichsweise gering. Somit kann der ökologische Mehrwert durch Recycling bei PCR als höher bewertet werden.

Die Qualität vom Ausgangsmaterial bei PCR ist geringer im Vergleich zum Ausgangsmaterial bei PIR, daher ist dieses auch für weniger Anwendungen geeignet bzw. schwieriger zu verarbeiten. Das bedeutet einen höheren Aufwand bei der Wiederaufbereitung (z.B. Waschen, Sortieren) und eine Herausforderung bei der Herstellung guter Produkte. Da Kunststoff einfach zu wertvoll ist, um nicht recycelt zu werden und im Hinblick auf die Steigerung der Recyclingmengen, gilt das Prinzip: je häufiger Kunststoffe recycelt werden können, desto besser.

Das übergeordnete Ziel: aus ausgedienten Kunststoffprodukten werden Rezyklate, die wieder in neuen Kunststoffprodukten zum Einsatz kommen und dadurch Primärkunststoffe ersetzen. Im besten Fall gehen die Rezyklate zurück in den gleichen Anwendungsbereich.

Materialflüsse als Kreislauf und Abfälle als Rohstoff zu verstehen hat zweifellos viele Vorteile für die Umwelt. Der ökologische Nutzen steigt dabei mit jeder weiteren Verwendung und dient letztlich auch dem wichtigen Ziel, dass Kunststoffe nicht in der Umwelt landen.

Gesamtökologisch betrachtet ist PCR häufig, allerdings nicht immer pauschal besser als PIR. Dabei sprechen wir aus eigener Erfahrung, da wir uns selbst bereits intensiv mit den Unterschieden beim Einsatz der beiden Materialarten beschäftigt haben. So haben wir selbst bereits versucht, Hundekotbeutel aus PCR herzustellen. Dabei mussten wir allerdings feststellen, dass die Herstellung derartiger Hundekotbeutel aus produktionstechnischen Gründen erst ab einer Materialstärke von 35 Mikrometern möglich ist. Das ist aber für die Anwendung, also die Entsorgung von Hundekot, völlig überdimensioniert. Zum Vergleich: unsere Recycling Hundekotbeutel mit PE aus recycelten Produktionsabfällen haben eine Materialstärke von 13 – 15 Mikrometern, womit sie bereits besonders reißfest und feuchtigkeitsbeständig sind. Je höher die Materialstärke, desto mehr Material kommt bei der Herstellung zum Einsatz. Dies hat dann entsprechende Auswirkungen zur Folge, da zum Beispiel viel weniger Beutel in eine Box passen im Vergleich zu den dünneren Beuteln. Das bedeutet zudem einen viel höheren, logistischen Aufwand, da viel mehr Material pro hergestellter Einheit transportiert werden muss als beim Einsatz eines dünneren Materials.

Fazit: grundsätzlich präferieren auch wir den Einsatz von PCR – überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist. Daher bieten wir zum Beispiel Müllbeutel und -säcke aus einem solchen Material an, welches auch mit Blauen Engel zertifiziert ist. Führt der Einsatz derartiger Materialien jedoch zu einem vergleichsweise enormen Mehrverbrauch an Material – wie im Fall von Hundekotbeuteln – bevorzugen wir den Einsatz post-industrieller Materialien.

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[1] Umweltzeichen Blauer Engel für Produkte aus Recycling-Kunststoffen, Hintergrundbericht zur Überarbeitung der Vergabekriterien DE-UZ 30a, Ausgabe Januar 2019, https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/2020-07-02_texte_124-2020_vergabekriterien-be-kunststoffrecycling.pdf

[2] COMMUNICATION FROM THE COMMISSION TO THE EUROPEAN PARLIAMENT, THE COUNCIL, THE EUROPEAN ECONOMIC AND SOCIAL COMMITTEE AND THE COMMITTEE OF THE REGIONS, A new Circular Economy Action Plan For a cleaner and more competitive Europe, COM/2020/98 final, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1583933814386&uri=COM:2020:98:FIN

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