Plastikteilchen und Mikroplastik am Strand
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Mikroplastik

Was haben Hundekotbeutel mit Mikroplastik zu tun? Bei welchen Materialien besteht die Gefahr, dass Mikroplastik entsteht und warum? 

Hundekotbeutel aus „oxo-abbaubaren“ Kunststoffen

Deutsche Städte geben jährlich ca. 300.000.000 Hundekotbeutel aus. Über 90% der eingesetzten Produkte bestehen dabei aus herkömmlichem Plastik (PE) [1]. Diese Beutel sind somit nicht abbaubar und können über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte ein großes Plastikmüllproblem darstellen, wenn sie in die Umwelt gelangen.

Im Zuge des gestiegenen Umweltbewusstseins und der daraus resultierenden Nachfrage nach biologisch abbaubaren Produkten werden Kommunen, Unternehmen und Verbrauchern oftmals sogenannte “Oxo-Hundekotbeutel” als “biologisch abbaubar” angeboten.

Was sind „oxo-abbaubare“ Kunststoffe?

Unter oxo-abbaubaren Kunststoffen versteht man konventionelle Kunststoffe, z.B. Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS) und Polyethyleneterephtalat (PET), die mit speziellen Zusätzen bei der Kunststoffverarbeitung ausgestattet werden. Diese Additive sollen den Zerfall von daraus hergestellten Produkten in kleine Bruchstücke (Fragmentierung zu sichtbaren oder unsichtbaren Kunststoffstücken) begünstigen. Dazu einige Informationen des europäischen Parlaments:

Im Falle dieser Kunststoffe werden herkömmlichen Kunststoffen „oxo-biologisch abbaubare“ Zusatzstoffe, in der Regel Metallsalze, zugesetzt. Aufgrund der Oxidation dieser Zusatzstoffe zerfallen die Kunststoffe in kleine Partikel, die in der Umwelt verbleiben. Die Bezeichnung dieser Kunststoffe als „biologisch abbaubar“ ist also irreführend. Durch den Zerfall in kleine Partikel wird sichtbarer Abfall, beispielsweise in Form von Kunststofftüten, zu unsichtbarem Abfall in Form sekundärer Kunststoff-Mikropartikel. Dadurch wird das Abfallproblem nicht gelöst – die Umweltverschmutzung durch diese Kunststoffe wird sogar noch verstärkt.“

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Dies wurde auch in der jüngeren Vergangenheit von wissenschaftlicher Seite bestätigt, siehe z.B.:

Oxo-Statement, Ellen Mac Arthur Foundation, 2019
Biodegradability of Plastics in the Open Environment, European Commission’s Group of Chief Scientific Advisors, 2020

Da Oxo-Beutel demnach aus normalem Plastik mit einigen Zusatzstoffen bestehen, können sie zu ähnlichen Preisen wie Hundekotbeutel aus „herkömmlichem“ Plastik (PE) angeboten werden. Die Aussicht (vermeintlich) biologisch abbaubare Produkte zu einem billigen Preis zu erhalten, erscheint sicherlich verlockend. In der Tat handelt es sich jedoch um ein Produkt, das etwas teurer ist als PE und welches wesentlich schlechtere Umwelteigenschaften hat.

Der Verkauf von oxo-abbaubaren Kunststoffprodukten ist seit dem 03.07.2021 EU-weit verboten, wie es z.B. auch einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zu entnehmen ist. Erkennbar ist das Material an Bezeichnungen wie „oxo“, „EPI“ oder „d2w“.

Mikroplastik das am Strand gefunden und ausgesiebt wurde
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Neuer Trend: Polyethylen (PE) + Thermoplastische Stärke (TPS)

Inzwischen gibt es zudem einen neuen „Greenwashing“-Trend im Bereich Hundekotbeutel, bei dem die Anbieter ihre Produkte ebenfalls fälschlicherweise als „biologisch abbaubar“ ausloben. Bei dem Material handelt es sich um eine Mischung aus herkömmlichem Polyethylen und thermoplastischer Stärke. TPS ist zwar grundsätzlich abbaubar – die Mischung mit PE führt aber nicht dazu, dass das PE vollständig abbaubar wird. In der europäischen Natur gibt es weder Bakterien noch Pilze, die die entsprechenden Enzyme besitzen, um PE biologisch abzubauen. Genau wie im Falle der „Oxo-Hundekotbeutel“ wird also auch bei stärkegefüllten Polymeren das Material zwar defragmentiert, letztendlich aber in Mikroplastik umgewandelt.

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass Hundehaltende Alternativen für die steigende Nachfrage im Bereich der Kotbeutel finden, die unter europäischen Temperaturbedingungen vollständig biologisch abbaubar sind. Die „OK compost HOME“ Zertifizierung des TÜV Austria gilt dabei als anerkanntes Qualitätssiegel, um die Abbaubarkeit unter Heimkompost-Bedingungen (getestet bei einer Umgebungstemperatur von 20-30 °C) zu garantieren. Mit unseren bioabbaubaren Hundekotbeuteln bieten wir Hundehaltenden eine entsprechend zertifizierte und umweltbewusst gestaltete Alternative. 

[1] Hochrechnung von Ergebnissen aus Befragung unter mehr als 700 deutschen Städten

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Mikroplastik

Was haben Hundekotbeutel mit Mikroplastik zu tun? Bei welchen Materialien besteht die Gefahr, dass Mikroplastik entsteht und warum? 

Hundekotbeutel aus „oxo-abbaubaren“ Kunststoffen

Deutsche Städte geben jährlich ca. 300.000.000 Hundekotbeutel aus. Über 90% der eingesetzten Produkte bestehen dabei aus herkömmlichem Plastik (PE) [1]. Diese Beutel sind somit nicht abbaubar und können über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte ein großes Plastikmüllproblem darstellen, wenn sie in die Umwelt gelangen.

Im Zuge des gestiegenen Umweltbewusstseins und der daraus resultierenden Nachfrage nach biologisch abbaubaren Produkten werden Kommunen, Unternehmen und Verbrauchern oftmals sogenannte „Oxo-Hundekotbeutel“ als „biologisch abbaubar“ angeboten.

Was sind „oxo-abbaubare“ Kunststoffe?

Unter oxo-abbaubaren Kunststoffen versteht man konventionelle Kunststoffe, z.B. Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS) und Polyethyleneterephtalat (PET), die mit speziellen Zusätzen bei der Kunststoffverarbeitung ausgestattet werden. Diese Additive sollen den Zerfall von daraus hergestellten Produkten in kleine Bruchstücke (Fragmentierung zu sichtbaren oder unsichtbaren Kunststoffstücken) begünstigen. Dazu einige Informationen des europäischen Parlaments:

Im Falle dieser Kunststoffe werden herkömmlichen Kunststoffen „oxo-biologisch abbaubare“ Zusatzstoffe, in der Regel Metallsalze, zugesetzt. Aufgrund der Oxidation dieser Zusatzstoffe zerfallen die Kunststoffe in kleine Partikel, die in der Umwelt verbleiben. Die Bezeichnung dieser Kunststoffe als „biologisch abbaubar“ ist also irreführend. Durch den Zerfall in kleine Partikel wird sichtbarer Abfall, beispielsweise in Form von Kunststofftüten, zu unsichtbarem Abfall in Form sekundärer Kunststoff-Mikropartikel. Dadurch wird das Abfallproblem nicht gelöst – die Umweltverschmutzung durch diese Kunststoffe wird sogar noch verstärkt.“

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Dies wurde auch in der jüngeren Vergangenheit von wissenschaftlicher Seite bestätigt, siehe z.B.:

–        Oxo-Statement, Ellen Mac Arthur Foundation, 2019
–        Biodegradability of Plastics in the Open Environment, European Commission’s Group of Chief Scientific Advisors, 2020

Da Oxo-Beutel demnach aus normalem Plastik mit einigen Zusatzstoffen bestehen, können sie zu ähnlichen Preisen wie Hundekotbeutel aus „herkömmlichem“ Plastik (PE) angeboten werden. Die Aussicht (vermeintlich) biologisch abbaubare Produkte zu einem billigen Preis zu erhalten, erscheint sicherlich verlockend. In der Tat handelt es sich jedoch um ein Produkt, das etwas teurer ist als PE und welches wesentlich schlechtere Umwelteigenschaften hat.

Der Verkauf von oxo-abbaubaren Kunststoffprodukten ist seit dem 03.07.2021 EU-weit verboten, wie es z.B. auch einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zu entnehmen ist. Erkennbar ist das Material an Bezeichnungen wie „oxo“, „EPI“ oder „d2w“.

Mikroplastik das am Strand gefunden und ausgesiebt wurde
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Neuer Trend: Polyethylen (PE) + Thermoplastische Stärke (TPS)

Inzwischen gibt es zudem einen neuen „Greenwashing“-Trend im Bereich Hundekotbeutel, bei dem die Anbieter ihre Produkte ebenfalls fälschlicherweise als „biologisch abbaubar“ ausloben. Bei dem Material handelt es sich um eine Mischung aus herkömmlichem Polyethylen und thermoplastischer Stärke. TPS ist zwar grundsätzlich abbaubar – die Mischung mit PE führt aber nicht dazu, dass das PE vollständig abbaubar wird. In der europäischen Natur gibt es weder Bakterien noch Pilze, die die entsprechenden Enzyme besitzen, um PE biologisch abzubauen. Genau wie im Falle der „Oxo-Hundekotbeutel“ wird also auch bei stärkegefüllten Polymeren das Material zwar defragmentiert, letztendlich aber in Mikroplastik umgewandelt.

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass Hundehaltende Alternativen für die steigende Nachfrage im Bereich der Kotbeutel finden, die unter europäischen Temperaturbedingungen vollständig biologisch abbaubar sind. Die „OK compost HOME“ Zertifizierung des TÜV Austria gilt dabei als anerkanntes Qualitätssiegel, um die Abbaubarkeit unter Heimkompost-Bedingungen (getestet bei einer Umgebungstemperatur von 20-30 °C) zu garantieren. Mit unseren bioabbaubaren Hundekotbeuteln bieten wir Hundehaltenden eine entsprechend zertifizierte und umweltbewusst gestaltete Alternative. 

[1] Hochrechnung von Ergebnissen aus Befragung unter mehr als 700 deutschen Städten

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